Buchstabe G

Ballett Glossar

Von Olga Leibrandt · Zuletzt aktualisiert: 26. März 2024 · Ballett Glossar · ⏱ 43 Min. Lesedauer

Auf dieser Seite möchte ich auf bestimmte Ballettbegriffe und wissenswerte Informationen zum Thema Ballett im Allgemeinen und meine Ballettschule im Besonderen eingehen.


    Foto: Schwanensee theatrehd.com






Was versteht man unter Ballett?

Ballett ist eine Form des BĂŒhnentanzes, der durch klassische Musik begleitet wird. Es ist eine kĂŒnstlerische Darstellung, die eine harmonische Verschmelzung von Musik, Bewegung und Ausdruck darstellt. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Ballett zu einer eigenstĂ€ndigen Kunstform mit eigenen Techniken, Bewegungen und ErzĂ€hlformen. Es werden Geschichten und Emotionen durch eine Kombination von Tanzschritten, Körperhaltungen, Ausdruck und dramatischen Elementen zum Ausdruck gebracht.

Zu den beliebtesten Klassikern des Balletts gehört Giselle (1841). Romeo und Julia (1870), Schwanensee (1877), Dornröschen (1890) und der Nussknacker (1892). WeiterfĂŒhrende Informationen.




Silhouette Ballerina

Wie entstand Ballett, wann wurde Ballett erfunden?

Die frĂŒhesten Aufzeichnungen ĂŒber ein dem Ballett Ă€hnliches Tanzen stammen aus dem Italien des Jahres 1460 in Form von höfischen TĂ€nzen. Diese wurde zunĂ€chst als Teil von Festlichkeiten und Unterhaltungsprogrammen aufgefĂŒhrt und werden allgemein als die AnfĂ€nge des Balletts angesehen. In der Anfangszeit tanzten nur MĂ€nner mit Masken und langen KostĂŒmen. Frauen war es verboten an den TĂ€nzen teilzunehmen. SpĂ€ter (1533) brachte Katharina von Medici ihre Liebe zur Tanzkunst nach Frankreich mit.

Vor allem diente sie als Unterhaltungsprogramm fĂŒr den Adel. In den nĂ€chsten Jahrhunderten entwickelte sich das Ballett am Französischen Hof. Es wurden StĂŒcke geschrieben wie „Ballet Comique de la Reine“ (1581 Beaujoyeulx) und die erste Ballettakademie gegrĂŒndet (1661 Academie Royal de Danse) bzw. 1669 die Academie Royal de Opera. Das Ballett entwickelte sich seit dem 17. Jahrhundert weiter und wurde zur geliebten Kunstform vieler Menschen.

Eine große VerĂ€nderung gab es, als 1681 auch Frauen beginnen durften, zu tanzen. Die Tanzbewegungen wurden daraufhin anmutiger, eleganter und komplexer. Nur noch gut ausgebildete TĂ€nzer konnten die neue Technik beherrschen. Die KostĂŒme wurden leichter und die Röcke kĂŒrzer, damit man die FĂŒĂŸe und ihre Bewegungen sehen konnte. Marie Taglioni war die erste bekannte Primaballerina und trat 1832 in "La Sylphide" als SolokĂŒnstlerin auf. Sie beeindruckte das Publikum mit ihrem Tanz auf den Zehenspitzen - einer neuen Technik, die das Ballett revolutionierte. (Mehr auf Wikipedia)



Silhouette Male Dancer

Timeline: Entwicklung des Balletts



  • UrsprĂŒnge des Balletts:

    Höfischen TÀnze in Italien. Getanzt haben nur MÀnner!
  • Ballett in Frankreich:

    Katharina von Medici bringt ihre Liebe zur Tanzkunst nach Frankreich mit.
  • Erste Ballett­akademie:

    Erste Ballettakademie auf Initiative von König Ludwig XIV gegrĂŒndet 1661 Academie Royal de Danse in Paris.
  • Frauen im Ballett:

    Auch Frauen "dĂŒrfen" jetzt Ballett tanzen.
  • Bolschoi Ballett­akademie:

    1773 verfĂŒgte Katharina die Große die EinfĂŒhrung von „Tanzkursen“ in den Lehrplan des Moskauer Waisenhauses. Das war die Geburtsstunde der Moskauer Bolschoi Akademie.
  • MailĂ€nder Scala:

    Die Scala ist der Nachfolgebau des 1776 abgebrannten Teatro Regio Ducale. Maria Theresia ließ fĂŒr den Neubau die Kirche Santa Maria alla Scala abreißen und das eher schlicht wirkende neue Opernhaus in nur 23 Monaten errichten.
  • Tschaikowski:

    Peter Iljitsch Tschaikowski ist vor allem durch seine Ballettmusiken bekannt geworden ist. Es entstehen einige der schönsten und berĂŒhmtesten Ballettmusiken wie „Der Nussknacker“ (1892) und „Schwanensee“ (1877)


Abbildung: Timeline Ballettgeschichte





Was ist klassisches Ballett?

Klassisches Ballett- Schwanensee

"Klassisches Ballett" bezieht sich auf eine bestimmte Stilrichtung des Tanzes. Es erfordert technische FĂ€higkeiten, wie hoch gesprungene Bewegungen, feine Arm- und Beinbewegungen und harmonische Linien.
Klassisches Ballett folgt traditionellen Regeln und Techniken und nutzt meist klassische MusikstĂŒcke. Es ist eine Form des anspruchsvollen Tanzes, die viel Zeit, Übung und Disziplin erfordert.

Im romantischen Ballett des 19. Jahrhunderts wandelte sich das Ballett, indem die TĂ€nzer eine Illusion von Leichtigkeit und Unangestrengtheit vermittelten. Durch UnterstĂŒtzung der mĂ€nnlichen Partner (Heben), durch den Tanz auf der Spitze, luftiger Kleider und flatternden Schleiern wurde der Eindruck erweckt, als schwebten die TĂ€nzer ĂŒber die BĂŒhne. Dabei wird aber immer gegen die Schwerkraft gearbeitet.

Es gibt stilistische Variationen die z.B. als russisches, französisches-, britisches- oder italienisches Ballett bezeichnet werden. Charakteristisch fĂŒr das russische Ballett sind hohe Dehnungen und dynamische Drehungen, wĂ€hrend der Fokus beim italienischen Ballett eher auf die schnelle und komplizierte Beinarbeit geht. Diese stilistischen Variationen sind mit bestimmten Trainingsmethoden verbunden, die nach ihren Urhebern benannt wurden. Trotz dieser Variationen sind die Darbietung und das Vokabular des klassischen Balletts weltweit weitgehend einheitlich veröffentlicht. Quelle: Classical Ballet




Was ist Modern Dance?

Modern Dance

Image by YuliiaKa on Freepik

Modern Dance entstand in den USA in den 1910er und 1920er Jahren und wurde von TĂ€nzern und Choreografen wie Isadora Duncan, Martha Graham und Merce Cunningham entwickelt.
Moderner Tanz ist kodifiziert (Quelle: hisour.com). Benannt nach den Pionieren des modernen Tanzes, die sie geschaffen haben, haben alle diese Techniken spezifische Regeln, die Körperplatzierung, BewegungsqualitĂ€ten und choreografische Komposition regeln. Diese Pioniere brachen mit den traditionellen Formen des Balletts und des Theatertanzes und erforschten neue Ausdrucksformen durch den Einsatz von Kontraktionen, Abstoßungen und anderen Techniken.

Modern Dance ist oft abstrakt und ausdrucksstark, und die TĂ€nzer haben die Freiheit, ihre eigene Interpretation und KreativitĂ€t einzubringen. Die Bewegungen gehen in den Boden, wobei die Schwerkraft genutzt wird. So werden die Bewegungen im Modern Dance auch als „geerdet“ bezeichnet, wĂ€hrend man beim Ballett immer eher nach oben strebt, um die Leichtigkeit, die dieser Tanzstil vermitteln soll, zu erreichen. (Quelle: marie5678andmore.de)
Im Laufe der Jahre hat sich Modern Dance weiter entwickelt und hat EinflĂŒsse aus anderen Kunstformen, wie Theater, Musik und Bildender Kunst, aufgenommen. Bis heute bleibt es eine vital und wandelbare Kunstform.



Was ist zeitgenössisches Ballett?

Contemporary

Photographed by Ronnie Boehm

Zeitgenössisches Ballett, auch Contemporary genannt, ist ein Tanzstiel, der sowohl Elemente des klassischen Balletts als auch moderne Techniken und Ausdrucksformen kombiniert. Unter Contemporary versteht man aber in erster Linie den aktuellen Zeitgenössischen Tanz.
Im Gegensatz zum modernen Tanz ist der zeitgenössische Tanz nicht kodifiziert und zielt darauf ab, sich von BeschrĂ€nkungen traditioneller Techniken und Kompositionsstile zu lösen und mit neuen Ideen zu experimentieren und Konventionen in Frage zu stellen. Zeitgenössisches Ballett wird oft mit modernem Tanz (der ein eigener Tanzstil ist) verwechselt und stellt eine Abkehr von den BeschrĂ€nkungen der traditionellen klassischen Balletttechnik und traditionellen Kompositionsregeln dar. Es ermöglicht eine grĂ¶ĂŸere Bewegungsfreiheit des Oberkörpers und ist nicht auf die streng definierten Körperlinien und -formen des traditionellen, klassischen Balletts beschrĂ€nkt.


"Zeitgenössisches Ballett hat Wurzeln in der klassischen Technik und dem klassischen Vokabular, nutzt diese Wurzeln jedoch als Ort, um Traditionen zu erforschen, zu experimentieren und herauszufordern." Quelle: balletaz.org


Unterschiede zwischen klassischem und zeitgenössischem Ballett?

Ein klassisches Ballett hat bestimmte Regeln, die befolgt werden mĂŒssen, aber das zeitgenössisches Ballett hat diese Regeln nicht.
In einem zeitgenössischen Ballett kann es vorkommen, dass z.B. Musik, KostĂŒme, Kulissen, Geschichte bzw. Handlung oder Schuhe wegfallen. Tänzer und Choreographen sind in der AusfĂŒhrung des Ballett ist frei! Quelle: balletmet.org

Klassisches Ballett ist formell und traditionell, mit starren Regeln fĂŒr Bewegung und Positionswechsel. Zeitgenössisches Ballett hingegen ist expressiver und experimenteller, mit einem Fokus auf KreativitĂ€t und individueller Interpretation. Weitere Unterschiede:




Was ist der Unterschied zwischen Modern Dance und Contemporary?

Modern Dance legt den Fokus auf emotionale Ausdruckskraft und individuelle Interpretation. Es brach in den 1910er und 1920er Jahren mit den traditionellen Formen des Balletts und des Theatertanzes auf und erforschte neue Bewegungsformen. Contemporary Dance, auch bekannt als zeitgenössischer Tanz, ist eine weitere Entwicklung aus dem Modern Dance. Es ist offener fĂŒr EinflĂŒsse aus anderen Kunstformen und nutzt oft experimentelle Techniken und Bewegungsstile.

Im Unterschied zum Modern Dance, der inzwischen ein historisch etablierter Stil ist und verschiedene Techniken wie die Graham-Technik und Limon-Technik entwickelt hat, erklÀrt und definiert sich der Contemporary-Stil als ein Stil am Puls der Zeit. Quelle: tanzwerkstatt-kassel.de
Contemporary Dance legt ebenfalls den Fokus auf emotionale Ausdruckskraft, aber es ist oft abstrakter und experimenteller als Modern Dance.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Contemporary Dance eine Erweiterung des Modern Dance ist, die sich auf eine noch grĂ¶ĂŸere Vielfalt an Bewegungsformen und kĂŒnstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten konzentriert.




Was ist Spitzentanz?

Spitzentanz ist eine besondere Form des Tanzes, bei der mit speziellen Schuhen (Spitzenschuhen) auf den Fußspitzen getanzt wird. Diese Methode gibt es seit dem 19. Jahrhundert und sie verkörpert die Vorstellung einer klassischen Ballerina. Für die meisten Mädchen ist dies der Traum vom Ballett schlechthin. Ich biete diese Art zu Tanzen meinen fortgeschrittenen Schülerinnen an. Ein Unterricht darf erst nach grĂŒndlicher Vorbereitung durch mehrjĂ€hrigen, qualifizierten Unterricht sowie der physischen Eignung der SchĂŒlerin erteilt werden und darf nicht vor dem 11. Lebensjahr beginnen.


Silhouette Ballerina

Was ist eine Arabesque?

Bei der Arabesque handelt sich um eine Ballett-Pose, bei der die TÀnzerin auf einem Bein steht und mit dem anderen Bein nach hinten gestreckt geht. Dabei werden beide Beine gerade gehalten. Die Arabeske ist eine der anmutigsten Ballettpositionen und kann auf viele Arten variiert werden, indem die Position der Arme, der Körperwinkel und die Höhe des Beins in der Luft geÀndert werden. Insgesamt gibt es vier Arabesques.

        Silhouette Ballerina

Abbildung: Arabesque



Was ist eine Attitude?

Attitude" ist eine Position Àhnlich der Arabeske. Im Unterschied wird dass das Knie des angehobenen Beins gebeugt. Das angehobene Bein wird zum Körper nach hinten (derriere) oder vorne (devant) gebeugt.

Silhouette mit Attitude Silhouette Passé

Abbildung: Attitude

Abbildung: Passé

Was ist Passé?

PassĂš ist ein Begriff aus dem klassischen Ballett und bedeutet "vorbeifĂŒhren, passieren". Das heißt, der Spielbein-Fuß wird am Knie des Standbeins angelegt, dient dem Wechsel von Spielbeinpositionen, z. B. von vorne nach hinten.




Was ist ein Grand Battement?

Ein Grand Battement („großer geworfener Schlag“) ist eine klassische BallettĂŒbung, bei der ein Bein (wie in Tendu) nach vorne, hinten oder zur Seite gestreckt wird. Nur wird die Bewegung des Beines fortgesetzt und das Bein zur Höhe von mindestens 90 Grad krĂ€ftig herausgeschlagen.
Diese Übung eignet sich auch fĂŒr gut fĂŒr das Training zuhause. Bitte spreche die Übung aber zuvor mit Deiner Ballettlehrerin ab. Dabei kann viel falsch gemacht werden.

Grand battements

Abb.: Aus Grundlagen des klassischen Tanzes von Agrippina Waganowa




Was ist ein Port de bras?

Port de bras: („Arme tragen“) sind BallettĂŒbungen, die sich auf das Training der Arm- und Schultermuskulatur und der Haltung fokussiert. Sie umfassen sowohl die Positionen und Bewegungen der Arme als auch die Art und Weise, wie die Arme mit dem restlichen Körper und der Musik verbunden werden. Die richtige Haltung der Arme gibt der TĂ€nzerin den kĂŒnstlerischen Ausdruck und verleiht dem Tanz die volle Harmonie. Die Haltung des Kopfes gibt die letzte Form und vollendet die Schönheit der ganzen Linie. Mit „Port de bras“ wird auch die Hand beteiligt und gibt der Übung die gewĂŒnschte FĂ€rbung. Hier beginnt auch das Training fĂŒr die Kontrolle des Kopfes und seiner genauen Richtung. Es gibt 6 Formen von „Port de bras“.

Achte beim „Port de bras“ darauf, dass die Bewegungen elegant und fließend aussehen, ohne dass die Muskeln sichtbar angespannt sind. Es ist auch wichtig, dass die Bewegungen der Arme den Ausdruck des Tanzes unterstĂŒtzen und dazu beitragen, das Gesamtbild des Tanzes zu vervollstĂ€ndigen.(Aus Grundlagen des Klassischen Tanzes von Agrippina J. Waganowa, Seite 64 f.)

Es handelt sich um eine BallettĂŒbung, die auch gut zuhause ausgefĂŒhrt werden kann.
Primo Port de bras Secundo Port de bras

Abb.: Aus Grundlagen des klassischen Tanzes von Agrippina Waganowa


Was ist ein Plié?

PliĂ©s (wörtlich "gebeugt") sind eine grundlegende BallettĂŒbung, die die Beinmuskulatur und die Haltung stĂ€rkt. Sowohl SprĂŒnge als auch viele Drehungen beginnen und enden mit einem pliĂ©.
Man unterscheidet zwischen Demi-PliĂ© (kleine Kniebeuge) und dem Grand-PliĂ© (große Kniebeuge). Beim demi-pliĂ© beugen sich die Knie nur soweit, dass die Fersen am Boden bleiben können. Bei einem grand-pliĂ© werden die Knie vollstĂ€ndig gebeugt. PliĂ©s werden in allen 5 Ballettpositionen in der folgenden Reihenfolge ausgefĂŒhrt: 1. Position, 2. Position, 3. Position, 5. Position. Die 4. Position erlernt man zum Schluss, da es die schwierigste Position ist. PliĂ©s werdeb erst am Barre, dann ohne Barre in der Mitte geĂŒbt.

Es handelt sich um eine BallettĂŒbung, die auch gut zuhause ausgefĂŒhrt werden kann. Mehr dazu in meinem Beitrag: Wie mache ich einen PliĂ©?.

Pliés zu Hause

Aus Grundlagen des klassischen Tanzes von Agrippina Waganowa, gefunden auf vk.com

    PliĂ©s zu Hause

Aus Grundlagen des klassischen Tanzes von Agrippina Waganowa, gefunden auf vk.com




Spagat im Ballett

Der Spagat ist aus dem modernen Balletttanz nicht wegzudenken. Allerdings handelt es sich um eine moderne Figur. Noch im 19. Jahrhundert verlangte der Anstand, dass die Beine der TÀnzerinnen nicht höher als 90 Grad angehoben werden sollten. In Waganowas Grundlagen des klassischen Tanzes (geschrieben 1934) betrÀgt der maximal zulÀssige Beinerhöhungswinkel 130 Grad. Erst in den 1960er Jahren (Alberto Alonsos Carmen-Suite und George Balanchines Rubies) wurden "hohe Beine" prÀsentiert. (Quelle: balletristic.com)

Bei einem Spagat handelt es sich um eine Figur, bei der beide Beine so voneinander weggestreckt werden, dass sie eine Linie bilden. Es gibt unterschiedliche Formen des Spagates. Auf dem Boden der Quer-, und Seiten- und Standspagat, in der Luft der Spagat Sprung (Grand Jeté).


Silhouette Querspagat Silhouette Standspagat

Bei dem Querspagat wird ein Bein gerade nach vorne und
das andere Bein nach hinten gestreckt.

Standspagat oder Vertikalspagat: Hier werden die Beinlinien entweder
senkrecht zur Seite oder nach vorne im 180 Grad Winkel ausgerichtet.

Silhouette Seitenspagat Silhouette Grand Jeté

Beim Seitenspagat werden die Beine dagegen seitlich vom
Körper weggespreizt. Beispiel: Titelbild meiner Webseite.

Der Spagat Sprung (Grand Jeté) ist ein breiter hoher Sprung, beim dem ein Bein
nach vorne und das andere nach hinten gestreckt ist wie ein "Spagat" in der Luft.

Silhouette Querspagat Silhouette Standspagat

Bei dem Querspagat wird ein Bein gerade nach vorne und das andere Bein nach hinten gestreckt.

Standspagat oder Vertikalspagat: Hier werden die Beinlinien entweder senkrecht zur Seite oder nach vorne im 180 Grad Winkel ausgerichtet.

Silhouette Seitenspagat Silhouette Grand Jeté

Beim Seitenspagat werden die Beine dagegen seitlich vom Körper weggespreizt. Beispiel: Titelbild meiner Webseite.

Der Spagat Sprung (Grand Jeté) ist ein breiter hoher Sprung, beim dem ein Bein nach vorne und das andere nach hinten gestreckt ist wie ein "Spagat" in der Luft.


Die FĂ€higkeit einen Spagat zu machen, erfordert lĂ€ngeres Training mit DehnĂŒbungen und Stretching. Im professionellen Bereich muss jede BalletttĂ€nzerin einen Spagat machen können. Im Laienbereich ist es weder eine Grundvoraussetzung, noch ist jeder körperlich dafĂŒr geeignet.







Über Ballettschuhe

Die ersten Ballettschuhe hatten noch AbsÀtze!
Auf der nachfolgenden Abbildung sehen wir historische Ballettschuhe mit Absatz aus dem 18. Jahrhundert.         Historischer Ballettschuh mit Absatz
Mit der zunehmenden KomplexitĂ€t des Balletttanzes wurden die AbsĂ€tze kleiner und verschwanden schließlich. Mittlerweile tanzt man in TrainingsschlĂ€ppchen aus Leder oder Leinen. FĂŒr den Spitzentanz gibt es spezielle Spitzenschuhe, die aus ganz festem Material bestehen, damit der Fuß Halt hat. Die breite Spitze ist außen ganz hart und von innen gepolstert, damit die TĂ€nzerinnen „lange“ darauf tanzen können.

Allerdings ist der Verschleiß gerade im Profibereich hoch. Eine SolotĂ€nzerin benötigt wĂ€hrend einer Spielzeit rund 100 Paar Spitzenschuhe. (Quelle: focus.de. ) Rechnet man einen Grundpreis pro Spitzen-Schuh Paar von 80 € ist man bei einer Summe von gut 8.000 € Schuhkosten fĂŒr die SolotĂ€nzerin.
Falls Du selber Ballettschuhe kaufen willst: Hier findest Du einen kleinen Ratgeber zur Auswahl deiner Ballettschuhe.


        Spitzeschuhe                        Ballettschläppchen

Abb.: "Spitzenschuhe" und "Ballettschläppchen"







Was ist ein Ballett Tutu?

Ballett Tutu

Ein Tutu ist ein BallettkostĂŒm in Form eines Rocks und besteht aus mehreren Lagen TĂŒll.
Der Begriffs stammt aus dem Französischen: Nach dem Duden handelt es sich um ein "Lallwort der Kindersprache", wĂ€hrend andere den Begriff in einer Abwandlung des Wortes „TĂŒll“, dem Stoff, aus dem das Tutu besteht, sehen.

1832 zog die italienische Ballerina Marie Taglioni in "La Sylphide" das erste "richtige" romantische Tutu an; ein dreiviertellanges, glockenförmiges Kleid, das ihre hervorragende Beinarbeit zur Geltung bringen konnte.
Der Tutu wird in der Regel ĂŒber einem Leotard getragen und kann mit verschiedenen Accessoires wie Schleiern, Kronen oder Diademen verziert werden. Er ist ein wichtiger Bestandteil der klassischen BallettkostĂŒme und wird hĂ€ufig in BallettauffĂŒhrungen verwendet.







Was ist ein Leotard?

Ballett Leotard

Ein Leotard ist ein enganliegendes, meistens Ă€rmelloses und hĂŒftlanges Trikot, das von BalletttĂ€nzerinnen und -tĂ€nzern getragen wird. Es wird in der Regel aus elastischem Material hergestellt, damit es beim Tanzen viel Bewegungsfreiheit bietet. Der Leotard bedeckt den Körper vom Hals bis zu den Oberschenkeln und wird oft zusammen mit Strumpfhosen oder Leggings getragen. Namensgeber dieses KleidungsstĂŒcks war der französischen Akrobat Jules LĂ©otard. Auch der Leotard ist ein wichtiger Bestandteil klassischer BallettkostĂŒme und wird hĂ€ufig in BallettauffĂŒhrungen verwendet.
Falls Du einen Leotard suchst: Schau doch einmal auf meinen Ratgeber zur Auswahl und Pflege eines Balletttrikots.







Was sind die Ballettpositionen der FĂŒĂŸe?

Wie die meisten anderen Bewegungen und Posen sind die Fußpositionen im Ballett standardisiert. Mit nach außen gerichteten Beinen sind insgesamt 6-Grundpositionen möglich. Das 6-Fuß-Positionssystem wurde erstmals vom französischen Ballettmeister Raoul-Auger Feuillet veröffentlicht.

        6 (Fuß-) Positionen
1. Position:
Die Fersen hinten zusammen, sodass die FĂŒĂŸe nebeneinander stehen.

2. Position:
Stellen Sie sich mit den FĂŒĂŸen auf eine Linie, wobei der Abstand zwischen den FĂŒĂŸen der LĂ€nge eines Fußes entspricht.

3. Position:
Stehen Sie mit den FĂŒĂŸen voreinander, wobei die Ferse des rechten Fußes das LĂ€ngsgewölbe des hinteren Fußes berĂŒhrt.

4. Position:
Die FĂŒĂŸe stehen voreinander mit einem Abstand von einem Fuß lang auseinander.

5. Position:
Die FĂŒĂŸe stehen voreinander, wobei die Ferse des RĂŒckens den Ballen der kleinen Zehe des Vorderfußes berĂŒhrt.

6. Position:
Die FĂŒĂŸe stehen parallel nebeneinander (sogenannte „natĂŒrliche Position“). Diese Position wird oft nicht hinzugerechnet.
Daher spricht man auch von den 5 Positionen der FĂŒĂŸe.




Was sind die Positionen der Arme? (Waganowa)

Bei der Waganowa-Methode gibt es neben der Ausgangsposition der Vorbereitungsposition nur drei Hauptpositionen der Arme. Alle anderen Positionen der Arme sind eine Variation dieser drei. Sie sind Erster, Zweiter und Dritter.

Positionen Arme

Abb.: Aus Grundlagen des klassischen Tanzes von Agrippina Waganowa


In der ersten Position sind die Arme gebogen, als ob sie einen Ball etwa in Höhe Ihres Bauches halten wĂŒrden. Hand nach innen und eng beieinander, aber nicht berĂŒhrend.

In der zweiten Position sind die Arme zur Seite geöffnet, mit einer leichten Biegung zum Ellbogen. Der Ellbogen wird nach hinten gerichtet, die HĂ€nde gut gehalten. Dabei muß sichergestellt sein, dass Ihre Schulter nicht angehoben ist und dass die Hand und die Ellbogen tiefer als die Schulter sind.

In der dritten Position sind die Arme Ă€hnlich wie in der ersten, außer dass sie ĂŒber dem Kopf sind. Die HĂ€nde mĂŒssem sich in Ihrem peripheren Sichtfeld befinden. Falls nicht, sind Ihre HĂ€nde zu weit hinten, was sich auf Ihre Platzierung auswirkt. Die HĂ€nde ĂŒber den eigenen Haaransatz zu halten ist ein guter Markierungspunkt.





Timeline: Berühmte Personen des Balletts


  • Marie Taglioni:

    Marie Taglioni war die erste bekannte Primaballerina und trat 1832 in "La Sylphide" als SolokĂŒnstlerin auf. Sie beeindruckte das Publikum mit ihrem Tanz auf den Zehenspitzen - einer neuen Technik, die das Ballett revolutionierte.
  • Marius Petipa:

    Marius Petipa war ein berĂŒhmter französischer TĂ€nzer und Choreograf des 19. Jahrhunderts. Er ist vor allem dafĂŒr bekannt, dass er viele berĂŒhmte BallettstĂŒcke inszeniert und choreografiert hat, darunter auch "Schwanensee" von Peter Iljitsch Tschaikowski.
  • Enrico Cecchetti:

    Enrico Cecchetti war ein italienischer Ballett-TÀnzer, Ballettmeister und Lehrer. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere (1887) zog er nach St. Petersburg.
  • Anna Pavlova:

    Anna Pavlova Bekannt fĂŒr ihre außergewöhnliche BĂŒhnenprĂ€senz und ihren einzigartigen Stil, wird sie oft als die grĂ¶ĂŸte Ballerina betrachtet.
  • Agrippina Waganowa:

    Agrippina Waganowa begann ihrer Ballettausbildung 1889 an der kaiserlichen Ballettakademie in Sankt Petersburg. 1934 verfasste sie das Buch "Grundlagen des klassischen Tanzes".
  • George Balanchine:

    George Balanchine entwickelte etwa in der Zeit um 1934 die Balanchine-Methode, die man auch als „neoklassischen Stil“ bezeichnen kann.
  • Rudolf Nurejew:

    Rudolf Nurejew gilt als einer der grĂ¶ĂŸten TĂ€nzer des 20. Jahrhunderts und hat das klassische Ballett revolutioniert. Nurejew begann seine Karriere als Solist am Kirow-Ballett in St. Petersburg. Er wurde weltberĂŒhmt durch seine außergewöhnliche Technik und seine unvergleichliche BĂŒhnenprĂ€senz.
  • William Forsythe:

    William Forsythe ist ein renommierter US-amerikanischer Choreograf im Bereich des zeitgenössischen Ballett und grĂŒndete 1984 das Ballett Frankfurt und 2004 "The Forsythe Company".


Abbildung: Personen der Ballettgeschichte






Marie Taglioni

Marie Taglioni

Marie Taglioni ca. 1938 Gemeinfrei

Marie Taglioni (geboren 1804 in Stockholm) war eine berĂŒhmte BalletttĂ€nzerin, italienisch-schwedische Herkunft. Sie gilt als eine der bedeutendsten TĂ€nzerinnen des 19 Jahrhunderts. Im Alter von neun Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Wien, Österreich, wo sie am königlichen Hof unterrichtet wurde.

Ihr Vater, Filippo Taglioni, war ein berĂŒhmter Ballettmeister und ihre Mutter, Sophie Karsten, war eine bekannte Schwedische TĂ€nzerin. Sie begann ihre Karriere im Alter von sechs Jahren, als sie von ihrem Vater unterrichtet wurde.

Trotz des tĂ€nzerischen Hintergrunds ihrer Eltern war fĂŒr Marie eine Karriere als BalletttĂ€nzerin nicht umbedingt vorbestimmt:
Marie Taglioni hatte einen runden RĂŒcken, der dazu fĂŒhrte, dass sie sich nach vorne lehnte, und hatte leicht verzerrte Proportionen. Sie arbeitete hart daran, ihre körperlichen EinschrĂ€nkungen zu verschleiern, indem sie ihre Bewegungsfreiheit vergrĂ¶ĂŸerte und ihre Kraft entwickelte. Louis Veron, der damalige Pariser Operndirektors bemerkte in seinen Memoiren „Wann wird der kleine Bucklige jemals tanzen lernen!“ (Quelle: dance-enthusiast.com)
Der Vater erstellte fĂŒr Marie ein individuelles strenges Trainingsprogramm Dies bestand aus Übungen an der Beinarbeit und aus Adagio-Bewegungen, die ihr helfen wĂŒrden, Posen im Ballett zu verfeinern.

  • 1822, bereits zwei Jahre nach der Bemerkung mit dem buckligen RĂŒcken debĂŒtierte Marie erfolgreich in Wien.
  • Nach dem DebĂŒt trat Marie mehrere Jahre lang auf regionalen BĂŒhnen auf und profitierte von der FĂŒrsorge und kontinuierlichen Ausbildung ihres Vaters.
  • Am 24. Juli 1827 kam sie zur Pariser Oper, wo zu dieser Zeit die grĂ¶ĂŸten TĂ€nzer und Tanzmacher der Epoche ihr Handwerk ausĂŒbten.
Sie war dort bald so beliebt, dass Marie Taglioni fĂŒr sich und ihren Vater einen Sechsjahresvertrag aushandeln konnte. (Quelle: wikipedia.org)
Taglioni wurde besonders fĂŒr ihre Rolle als Hauptdarstellerin in dem Ballett "La Sylphide" bekannt, das 1832 in Paris uraufgefĂŒhrt wurde. Das StĂŒck wurde von Ihrem Vater fĂŒr sie geschaffen. Sie revolutionierte das Ballett durch die Verwendung von Techniken wie der Pointe-Arbeit und der Erhöhung der Haltung.

Marie war die erste, die den Tanz auf der Spitze in die AuffĂŒhrung integrierte; Das Tutu wurde geschaffen, um ihre Beinarbeit zu enthĂŒllen.

Sie hat auch andere bedeutende Rollen in Balletten wie "Le Papillon" und "La Esmerelda" gespielt. Auf dem Höhepunkt Ihrer Karriere 1837 ging sie fĂŒr einige Jahre zum Imperial Ballet (heute bekannt als Kirov/Mariinsky Ballet) nach Sankt Petersburg. 1847 beendete sie Ihre Karriere.





Tschaikowski und seine Ballettmusiken

Peter Iljitsch Tschaikowski

Tchaikovsky By Edwin Evans Gemeinfrei

Peter Iljitsch Tschaikowski war ein berĂŒhmter russischer Komponist, der vor allem fĂŒr seine Klassik- und Romantik-Musik bekannt ist. Er wurde im Jahr 1840 in Kamsko-Votkinsk, Russland, geboren und starb im Jahr 1893 in St. Petersburg, Russland. Im Bereich der Ballettmusiken war Tschaikowski wegweisend und schrieb mehrere sehr berĂŒhmte Ballettsuiten, darunter "Der Nussknacker", „Dornröschen“ und "Schwanensee".

"Dornröschen" (auch "Sleeping Beauty" genannt) ist ein klassisches Ballett, das die Geschichte von Prinzessin Aurora und dem Fluch einer bösen Fee erzĂ€hlt. Es wurde erstmals am 15. Januar 1890 im Mariinski-Theater in St. Petersburg mit der Choreografie von Marius Petipa aufgefĂŒhrt.

"Der Nussknacker" ist wahrscheinlich seine bekannteste Ballettsuite und wurde 1892 uraufgefĂŒhrt. Die Musik ist charakteristisch fĂŒr ihre melodischen Linien und ihre harmonischen Strukturen und wird oft wĂ€hrend der Weihnachtszeit aufgefĂŒhrt.

"Schwanensee" ist ebenfalls eine berĂŒhmte Ballettsuite von Tschaikowski, die bereits 1877 uraufgefĂŒhrt wurde. Die Musik ist bekannt fĂŒr ihre romantischen Melodien und ihre traurigen Themen und wird oft als eines der schönsten Ballette der Welt betrachtet. Es handelt sich bei diesem StĂŒck um eine Auftragsarbeit. Autraggeber war 1875 das Moskauer Bolschoi-Theaters.
Die "UrauffĂŒhrung" von Schwanensee fand daher am 4. MĂ€rz 1877 im Bolschoi Theater statt. Heute wohl als Höhepunkt des klassischen Balletts angesehen, geriet es bei Publikum und Kritikern eher in Ungnade. Die Kritiker beschrieben das StĂŒck als »schwach und uninteressant« (Quelle: Semperoper.de). Die Akteure wurden durch das StĂŒck sowohl musikalisch als auch tĂ€nzerisch ĂŒberfordert. Daher wurden Teile der Musik durch StĂŒcke anderer Komponisten ersetzt und Handlungen geĂ€ndert.

Die "Zweite UrauffĂŒhrung" fand erst zwei Jahre nach dem Tod von Tschaikowski 1895 im Mariinski-Theater in St. Petersburg statt und wurde vom Ballett der Königlichen HofbĂŒhne aufgefĂŒhrt. Die „zweite“ Fassung, die heute allgemein anerkannt ist, wurde durch die Choreografen Marius Petipa und Lew Iwanow vollstĂ€ndig ĂŒberarbeitet. Musikalisch gab es Überarbeitungen durch Tschaikowskis Bruder Modest, der das Libretto grundlegend geĂ€ndert hat. Eine der grĂ¶ĂŸten Schwierigkeiten bei der UrauffĂŒhrung war, dass das Ballett sehr anspruchsvoll und körperlich fordernd war. Die TĂ€nzerinnen und TĂ€nzer mussten viele komplizierte und kraftvolle SprĂŒnge und Drehungen ausfĂŒhren, und es gab auch viele enge Pas de deux (PaartĂ€nze), die viel Koordination und Vertrauen erforderten. Dies machte es schwierig, die Choreographie zu erlernen und die AuffĂŒhrungen zu synchronisieren. Auch die zweite Premiere von "Schwanensee" wurde zunĂ€chst nur ein mĂ€ĂŸiger Erfolg, auch wenn diese Fassung besser aufgenommen als die in Moskau (Quelle: Wikipedia). Der große Erfolg stellte sich erst Jahre spĂ€ter ein, so dass Schwanensee heute eines der bekanntesten und beliebtesten Ballette der Welt ist. Die Musik von Tschaikowski und die Choreographie von Petipa haben dazu beigetragen, dass das Ballett zu einem wichtigen Teil der klassischen Musiktradition wurde.






Marius Petipa

Marius Petipa Photo collection of Adam Lopez

Marius Petipa , Public Domain

Marius Petipa war ein französischer Choreograf und Ballettmeister, der in Russland tĂ€tig war. Er gilt als einer der bedeutendsten Choreografen der Ballettgeschichte und war fĂŒr die Inszenierung vieler klassische BallettstĂŒcke verantwortlich, die heute noch weit verbreitet sind.

Petipa wurde am 11. MĂ€rz 1818 in Marseille, Frankreich, geboren. Sein Vater, Jean-Antoine Petipa, war auch ein bekannter BalletttĂ€nzer und Choreograf. Marius Petipa begann seine Karriere als BalletttĂ€nzer und trat in verschiedenen StĂ€dten Europas auf. Er wurde schließlich zum Ballettmeister und Choreografen beim Kaiserlichen Ballett in St. Petersburg ernannt, wo er viele berĂŒhmte BallettstĂŒcke choreografierte, darunter "Giselle", "Der Nussknacker" und vor allem auch "Schwanensee" (zweite Fassung).

Petipa wurde fĂŒr seine detaillierten Choreografien und die Verwendung von BĂŒhnenbildern und KostĂŒmen bekannt. Seine BallettstĂŒcke waren fĂŒr ihre technischen Anspruch und die Eleganz der TĂ€nzer allgemein anerkannt. Er hatte auch einen großen Einfluss auf die Entwicklung des klassischen Balletts und setzte MaßstĂ€be fĂŒr zukĂŒnftige Choreografen. Petipa starb mit 92 Jahre am 14. Juli 1910 in St. Petersburg.






Anna Pavlova

Anna Pavlova 1928, by Frans van Riel

Anna Pavlova 1928, Public Domain

Anna Pavlova war eine russische Primaballerina des spĂ€ten 19. und frĂŒhen 20. Jahrhunderts. Sie wurde am 12. Februar 1881 in St. Petersburg geboren. Bekannt fĂŒr ihre außergewöhnliche BĂŒhnenprĂ€senz und ihren einzigartigen Stil, wird sie oft als die grĂ¶ĂŸte Ballerina betrachtet.

„Pavlova tanzt nicht, sondern fliegt “, schrieb Diaghilev. Und Serge Lifar gab zu, dass er in seiner BĂŒhnenpartnerin keine Ballerina, sondern ein Tanzgenie sah: „ So eine göttliche Leichtigkeit, schwerelose Luftigkeit und so anmutige Bewegungen habe ich noch nie erlebt .“ Quelle: russkiymir.ru

Marius Petipa, der berĂŒhmte Ballettmeister, erkannte ihr Talent und förderte sie trotz ihrer unkonventionellen körperlichen Merkmale. Ähnlich wie bei Maria Taglioni hatte Anna Pavlowa nicht den Körper, der dem damaligen Ballett-Ideal entsprach. Sie hatte stark gewölbte FĂŒĂŸe und dĂŒnne Knöchel und zu lange dĂŒnne Beine. Anna behielt sich damit, dass sie ihre Spitzenschuhe verstĂ€rkte, indem sie ein StĂŒck hartes Leder an den Sohlen hinzufĂŒgte und die Schachtel des Schuhs (vordere Spitze) abflachte. Ihre Lösung wurde im Laufe der Zeit zum VorlĂ€ufer des modernen Spitzenschuhs, da die Spitzenarbeit fĂŒr gekrĂŒmmte FĂŒĂŸe weniger schmerzhaft und einfacher wurde.

Pavlova stieg schnell auf und wurde zur LieblingstÀnzerin von Petipa. Sie studierte an der Imperial School of Ballet und wurde 1902 TÀnzerin, 1905 PremierentÀnzerin und 1906 nach einer durchschlagenden Leistung in Giselle Primaballerina des Imperial Ballet. Quelle: en.wikipedia.org
BerĂŒhmt wurde sie auch fĂŒr ihre Rolle als „sterbender Schwan“.

Mit ihrer eigenen Compagnie tourte sie ab 1913 weltweit, von großen Theatern bis hin zu kleinen Orten und Turnhallen. In der Zeit von 1910 bis 1925 soll sie nahezu 4.000 Vorstellungen gegeben haben.
Anna Pavlova verstarb 1931 im Alter von nur 45 Jahren in Den Haag, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere.




Was ist die Cecchetti-Methode?

Enrico Cecchetti

Enrico Cecchetti Gemeinfrei

Enrico Cecchetti (1850-1928) war ein italienischer Ballett-TĂ€nzer, Ballettmeister und Lehrer. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere (1887) zog er nach St. Petersburg, wo er dem Imperial Russian Ballet beitrat und 1890 in der UrauffĂŒhrung von Dornröschen den Virtuosen Bluebird und den Pantomimen Carabosse spielte. Er unterrichtete auch viele Mariinsky-TĂ€nzer, darunter Pavlova, Karsavina und Nijinsky. 1909 trat er als Lehrer und PantomimekĂŒnstler den Ballets Russes von Diaghilev bei.

Nachhaltige Bedeutung erlangte Cecchetti jedoch "als einer der berĂŒhmtesten Lehrer in der Geschichte des modernen Balletts". Die Cecchetti-Methode, basierend auf der Arbeit von Carlo BrasĂ­s, ist nach wie vor weltberĂŒhmt und wird auch heute noch sehr erfolgreich gelehrt. Cecchettis Methode des Ballettunterrichts basiert auf den Prinzipien des klassischen Balletts, bezieht aber auch Elemente anderer Tanzstile wie des italienischen Volkstanzes und des spanischen Tanzes ein. Seine Methode ist bekannt fĂŒr ihre Betonung von Technik, Kunstfertigkeit und MusikalitĂ€t.

Die Cecchetti-Methode ist eine wertvolle Ressource fĂŒr jeden, der klassisches Ballett lernen möchte. Es handelt sich um einen umfassenden und systematischen Ansatz fĂŒr den Ballettunterricht, der dazu beigetragen hat, einige der grĂ¶ĂŸten TĂ€nzer aller Zeiten hervorzubringen. Gleichgewicht, Körperhaltung, Kraft, GrĂ¶ĂŸe, ElastizitĂ€t und "Ballon" werden dabei unter besonderer BerĂŒcksichtigung anatomischer Gesetze entwickelt.

Anfang des 20. Jahrhunderts unterrichtete Cecchetti an der London Ballet School und der MailĂ€nder Scala, wo er nach seiner Methode unterrichtete. Cecchetti ist eine Inspiration fĂŒr einen grĂ¶ĂŸeren Teil des westlichen Balletts. Aus dieser Methode heraus entwickelte sich spĂ€ter auch die englische RAD Methode (Royal Academy of Dance).





Was ist die Waganowa Methode?

Agrippina Waganowa 1940er Jahre

Aggripina Waganowa Mariinsky.ru

Agrippina Waganowa (1879-1951) begann ihrer Ballettausbildung 1889 an der kaiserlichen Ballettakademie in Sankt Petersburg. Ihr Debut am Mariinsky war 1897. Wegen ihrem großen tĂ€nzerischen Talents wurde sie schließlich Ballerina am Mariinsky-Theater. 1916 kurz vor der russischen Revolution beendete sie ihre Laufbahn als TĂ€nzerin und widmete sich dem Unterrichten junger TĂ€nzer.

Frau Agrippina Waganowa, die fortan als BallettpÀdagogin und Choreografin arbeitete, entwickelte Ihre Methode aus Elementen der französischen, italienischen und russischen Schule. Wichtige Bestandteile sind die KrÀftigung der ganzen Muskulatur, korrekte Haltung und Koordination des gesamten Körpers sowie die Harmonie in allen Posen.

Sie verfasste 1934 das Buch "Grundlagen des klassischen Tanzes". Diese Methode ist heute weltweit verbreitet und das Buch ein echtes Standardwerk. Nach dem akademischen Lehrplan dauert die Ausbildung nach Waganowa acht Jahre und ist auf den Profitanz ausgelegt. Diese Methodik hat sich auch im Laien-Tanz/Laien-Unterricht durchgesetzt. Das Lehrmaterial wurde entsprechend angepasst und vereinfacht, sodass es auch fĂŒr Laien-SchĂŒler genutzt werden kann. WeiterfĂŒhrende Informationen auf meiner Webseite zu Waganowa und auf wikipedia.org.

Hier sind einige von Waganowas wichtigsten BeitrÀgen zum Ballett:

  • Sie entwickelte ein System zum Unterrichten des klassischen Balletts. Diese Methodik wird auch heute noch in vielen Ballettschulen auf der ganzen Welt angewendet.
  • Sie war Mentorin fĂŒr viele der berĂŒhmtesten Ballerinas des 20. Jahrhunderts, darunter Galina Ulanova, Natalia Dudinskaya und Maya Plisetskaya.
  • Sie trug dazu bei, das klassische Ballett in der Sowjetunion nach der Russischen Revolution von 1917 wiederzubeleben.
  • Sie gilt als eine der bedeutendsten Figuren in der Geschichte des Balletts.





Unterschiede zwischen der Cecchetti- und der Waganowa Methode

Es ist sehr schwer, die Unterschiede der Methoden in wenigen Worten zusammen zu fassen.

Die Cecchetti-Methode wurde von Enrico Cecchetti entwickelt und ist vor allem dafĂŒr bekannt, dass sie eine sehr genaue Technik und Körperhaltung betont. Die Bewegungen sind klar definiert und prĂ€zise, und es wird viel Wert auf Details und AusfĂŒhrung gelegt.

Die Waganowa-Methode, die von Agrippina Waganowa entwickelt wurde, betont hingegen mehr die Ausdruckskraft und das GefĂŒhl im Tanz. Die Bewegungen sind fließender und anmutiger, und es wird viel Wert auf die Verbindung von Körper und Geist im Tanz gelegt. Die Waganowa-Methode zielt darauf ab, dass die Ballerinas sanft und zart tanzen. Ein besonderer Schwerpunkt bei Waganow ist der "Pas de deux", der Tanz zu zweit.

Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Methoden ist, dass die Cecchetti-Methode traditioneller ist und sich stÀrker an den Klassikern des Balletttanzes orientiert, wÀhrend die Waganowa-Methode mehr experimentell und modern ist und sich eher an zeitgenössischen Tanzstilen orientiert.
Bei der Cecchetti-Methode gibt es acht Positionen des Körpers wÀhrend bei Waganowa "Ecarte Devant" und "-Derrierre" sowie "Epaule Devante" bzw. "Epaule DerriÚre" als separate Positionen betrachtet werden.

Positionen Waganowa

(Körper)-Positionen nach Waganowa
gefunden auf pinterest

Positionen Waganowa

(Körper)-Positionen nach Waganowa
gefunden auf pinterest






Was ist die Balanchine Methode?

George Balanchine

Zeichnung Ballettstudio Ost
unter CC BY 4.0 - Details

George Balanchine (1904-1983) entwickelte etwa in der Zeit um 1934 die Balanchine-Methode, die man auch als „neoklassischen Stil“ bezeichnen kann. Er wird als Vater des modernen amerikanischen Balletts gesehen.

Balanchine war ein TĂ€nzer des Mariinsky-Balletts. Als er zusammen mit TĂ€nzerkollegen 1924 fĂŒr eine Westeuropatournee ausreisen durfte kehrte er nicht mehr in die Heimat zurĂŒck. Über Stationen in London kam dann in die USA, um die School of American Ballet und spĂ€ter das New York City Ballet (NYCB) (mit) zu grĂŒnden. Er arbeitete 35 Jahre als deren kĂŒnstlerischen Leiter.

Die Balanchine-Methode ist eine Technik fĂŒr Klassisches Ballett und keine echte Lehrmethode. So geht es nicht um die Grundausbildung, sondern um das Fördern bestimmte QualitĂ€ten von MusikalitĂ€t, Geschwindigkeit, Dynamik und Reinheit der Linien. Die Methode betont Technik und AusfĂŒhrung der Bewegungen und ist insbesondere dafĂŒr bekannt, dass sie viel Wert auf klar defenierte Bewegungen und Details in der AusfĂŒhrung legt.


Hier sind einige der Merkmale der Balanchine-Methode:

Als Choreograf hat Balanchine die Handlung in seinen Balletten im Allgemeinen weniger betont und es vorgezogen, „den Tanz zum Star der Show zu machen“, wie er einmal in einem Interviewer sagte (Quelle: nycballet.com). Im Gegensatz zu anderen Techniken fĂŒr Klassisches Ballett, die sich stĂ€rker an den traditionellen Klassikern orientieren, ist die Balanchine-Methode eher experimentell und modern und orientiert sich an zeitgenössischen Tanzstilen. Sie wird von vielen TĂ€nzern und Choreografen als eine der fĂŒhrenden Techniken fĂŒr Klassisches Ballett angesehen.




Rudolf Nurejew

Rudolf Nurejew

Foto: Francette Levieux

Rudolf Nurejew war ein berĂŒhmter russischer BalletttĂ€nzer und Choreograph. Er wurde am (7. MĂ€rz 1938 in der russischen Stadt Irkutsk geboren und starb am 6. Januar 1993 in Paris). Mit dem Alter von 9 Jahren begann er mit Ballettunterricht. Nurejew wurde bald zu einem begabten TĂ€nzer und wurde an der Waganowa Akademie in Sankt Petersburg aufgenommen. Mit Abschluss trat er dem Kirov-Ballett (heute Mariinsky) bei, wo er in den 1950er Jahren zum Solisten aufstieg. 1961 bei einer Turnee in Paris entwischte Nurejew seinen KGB Aufpassern, bat um Asyl und blieb im Westen. Dort trat er mit verschiedenen Ballettensembles in Europa und Nordamerika auf. Er arbeitete spĂ€ter auch als Choreograph und Regisseur. Nurejew gilt als einer der bedeutendsten TĂ€nzer des 20. Jahrhunderts und hat das Ballett in der modernen Zeit maßgeblich beeinflusst. (Quelle: wikibrief.org)

Was Rudolf Nurejew so außergewöhnlich machte war, dass er stets in der Lage war, komplexe Choreografien mĂŒhelos und mit Leichtigkeit auszufĂŒhren. Er verfĂŒgte ĂŒber eine erstaunliche Körperbeherrschung und PrĂ€zision. Nurejew war auch bekannt fĂŒr seine Interpretationen von klassischen Ballettrollen, in denen er seine eigene Persönlichkeit und Ausdruckskraft einbrachte. Seine Leistungen waren bemerkenswert und haben ihm den Ruf eines der grĂ¶ĂŸten BalletttĂ€nzer aller Zeiten eingebracht. Vor allem aber hat er maßgeblich zur Emanzipation des mĂ€nnlichen Rollenparts in Balletten, die auf Ballerinen als Mittelpunkt zugeschnitten waren, beigetragen (Quelle: de.wikipedia.org). Schnell wurde er bekannt fĂŒr seine Interpretationen von klassischen Ballettrollen wie "Der Nussknacker" und "Schwanensee" und spĂ€ter fĂŒr seine Zusammenarbeit mit berĂŒhmten Choreografen wie George Balanchine.





Zusammenarbeit mit Balanchine:

Rudolf Nurejew

© 2023 Ballettstudio Ost
nach Foto von Allan Warren

Eine direkte Zusammenarbeit klappte nicht auf Anhieb, obwohl er schon Balanchine-Balletts getanzt hatte. Mit dem Royal Ballet und dem Paris Opera Ballet trat er in „Agon“ und „The Prodigal Son“ auf. Er tanzte „Apollo“ mit dem Royal Ballet, in Wien und mit seiner eigenen Compagnie.

Es ist 17 Jahre her, seit Mr. Nureyev Mr. Balanchine zum ersten Mal traf und darum bat, mit seiner Kompanie – dem New York City Ballet – zu tanzen. Aber Herr Balanchine weigerte sich. „Meine Ballette sind zu trocken fĂŒr dich“, sagte er. „Geht und tanzt eure Prinzen. Wenn du sie satt hast, komm zurĂŒck.“ (Quelle: nytimes.com) 1979 kam es dann zu einem direkten Balanchine-DebĂŒt mit "Le Bourgeois Gentilhomme“, eine ballettethische Interpretation eines StĂŒcks von Moliere.




William Forsythe


William Forsythe

Zeichnung Ballettstudio Ost
unter CC BY 4.0 - Details

William Forsythe ist ein renommierter US-amerikanischer Choreograf und TĂ€nzer, der vor allem fĂŒr seine wegweisenden Arbeiten im Bereich des zeitgenössischen Balletts bekannt ist. Er wurde 1949 in New York City geboren und begann seine Karriere als TĂ€nzer beim renommierten Joffrey Ballet in den 1970er Jahren. Doch sein Durchbruch erfolgte erst, als er 1984 nach Frankfurt am Main zog, um das dortige Ballett Frankfurt zu leiten.
In Frankfurt begann Forsythe, das traditionelle Ballett auf innovative Weise neu zu interpretieren. Er entwickelte einen eigenen Stil, der als "Forsythe-Ästhetik" bekannt wurde. Diese Ästhetik zeichnete sich durch eine Kombination aus klassischer Technik, modernen Bewegungen und experimentellem Ansatz aus. Seine Choreografien waren geprĂ€gt von dynamischer Energie, ungewöhnlichen Bewegungsmustern und einer tiefen Reflexion ĂŒber den Tanz als Kunstform.

WĂ€hrend seiner Zeit in Frankfurt schuf Forsythe einige seiner bahnbrechendsten Werke, darunter "In the Middle, Somewhat Elevated" (1987) und "Impressing the Czar" (1988). Diese StĂŒcke brachten ihm internationale Anerkennung und verĂ€nderten die Welt des zeitgenössischen Balletts nachhaltig. Forsythes Arbeit wurde oft als avantgardistisch und provokativ wahrgenommen und fĂŒhrte zu Diskussionen ĂŒber die Grenzen des klassischen Balletts.


Nachdem Forsythe das Ballett Frankfurt 2004 verließ, grĂŒndete er die Forsythe Company (Seit der Spielzeit 2015/2016 tritt sie unter dem neuen Namen Dresden Frankfurt Dance Company auf), eine unabhĂ€ngige Tanzkompanie, die seine kĂŒnstlerische Vision weiterfĂŒhrte. In den Jahren nach seinem Ausscheiden aus Frankfurt setzte er seine Arbeit als Choreograf und Regisseur in verschiedenen Teilen der Welt fort. Er kollaborierte mit renommierten Ballettkompanien wie dem American Ballet Theatre und dem Royal Ballet in London.

ZusĂ€tzlich zu seiner Arbeit im Ballett widmete sich Forsythe auch der TanzpĂ€dagogik und entwickelte innovative Lehrmethoden, die weltweit Anwendung fanden. Sein Einfluss auf die Tanzwelt erstreckte sich ĂŒber die BĂŒhne hinaus und prĂ€gte die nĂ€chste Generation von TĂ€nzern und Choreografen. William Forsythe bleibt eine herausragende Figur in der Welt des zeitgenössischen Tanzes und hat Frankfurt durch seine kĂŒnstlerische Arbeit und seinen innovativen Geist maßgeblich geprĂ€gt. Seine Experimentierfreude und sein kreativer Einfluss setzen sich weiterhin in der Welt des Balletts und der darstellenden KĂŒnste fort.



Die Bolschoi Ballettakademie

Bolschoi-Ballettakademie

Historie

Die Moskauer Staatliche Akademie fĂŒr Choreografie ist allgemein als Bolschoi-Ballettakademie bekannt. Das ursprĂŒngliche GebĂ€ude der Akademie wurde seit 1763 als Findelhaus betrieben. 1773 verfĂŒgte Katharina die Große die EinfĂŒhrung von „Tanzkursen“ in den Lehrplan des Moskauer Waisenhauses. Um die Findelkinder in der Kunst des Tanzens auszubilden, wurden die besten Lehrer und Ausbilder aus Europa nach Moskau eingeladen. Filippo Beccari, ein italienischer BalletttĂ€nzer und Ballettmeister, wurde der erste Tanzlehrer der Schule. Die ersten Absolventen ĂŒberzeugten durch Ihrem Können derart, dass man sie zum Tanzen, am renommierten Petrowski-Theater, dem heutigen Bolschoi-Theater, einlud. 1784 ĂŒbernahm das Theater dann die komplette Aufsicht ĂŒber die Schule. Quelle: balletacademy.ru

Abbildung: Moskauer Findelheim (Orphanage). Heute ist dort die Russische MilitÀrakademie untergebracht


Aufnahme an der Akademie

Die SchĂŒler der Bolschoi Ballettakademie werden aufgrund ihres Talentes und ihrer Leistungen ausgewĂ€hlt und erhalten eine umfassende Ausbildung in klassischer und zeitgenössischer Choreografie. Viele berĂŒhmte BalletttĂ€nzer, darunter Rudolf Nureyev und Anna Pavlova, haben ihre Karriere an der Bolschoi Ballettakademie begonnen.

Bolschoi Theater

Alexey Vikhrov CC BY 3.0


Auch heute noch werden an dieser Schule 150 Jungen und MĂ€dchen im Alter von 10 bis 18 Jahren im Rahmen einer Gesamtschule mit Internat unterrichtet. Aufgenommen werden Studenten aus der ganzen Welt. Etwa die HĂ€lfte der TĂ€nzer kommen aus dem Ausland. FĂŒr Russen ist der Unterricht kostenlos. AuslĂ€nder zahlen etwa 19.000 € pro Jahr. Unterrichtet wird auch bei AuslĂ€ndern nur in russischer Sprache. Daher sind Sprachkurse fĂŒr AuslĂ€nder gerade in den ersten Semestern sehr wichtig (Quelle: de.rbth.com).

Die jĂ€hrlichen AufnahmeprĂŒfungen sind hart. Auf zehn Bewerber kommt ein freier Platz. Die MĂŒhen lohnen sich aber. Auch heute noch bezieht das Bolschoi-Ballett die Mehrheit seiner TĂ€nzer aus der eigenen angeschlossenen Schule.
Ich selber bin mit 10 Jahren an die Bolschoi-Ballettakademie gekommen und dort sechs Jahre ausgebildet worden. FĂŒr mich war das eine enorm wichtige Zeit, die mir immer positiv in Erinnerung bleiben wird.




Über das Mariinsky-Theater in Sankt Petersburg

Das Mariinsky-Theater, auch bekannt als das Kirov-Theater, ist ein berĂŒhmtes Opern- und Balletttheater in Sankt Petersburg, Russland. Es wurde 1783 von Catherine II. gegrĂŒndet und trĂ€gt seit der Revolution im Jahr 1917 den Namen des Komponisten und Dirigenten Pyotr Ilyich Tchaikovsky.

Das Mariinsky-Theater ist vor allem fĂŒr seine BallettauffĂŒhrungen bekannt, insbesondere fĂŒr seine Inszenierungen der Werke von Tchaikovsky wie "Schwanensee" und "Nussknacker". Viele berĂŒhmte Choreografen und TĂ€nzer haben im Mariinsky-Theater gearbeitet, darunter Marius Petipa, der als der "Vater des klassischen Balletts" gilt, und der legendĂ€re BalletttĂ€nzer Rudolf Nurejew.

Heute gehört das Mariinsky-Theater zu den bedeutendsten Opern- und BallettbĂŒhnen der Welt und ist ein wichtiger Teil der russischen Kulturlandschaft. Es ist bekannt fĂŒr seine hervorragende Akustik und sein opulentes Design und gilt als eines der schönsten TheatergebĂ€ude der Welt. Es ist auch ein beliebtes Ziel fĂŒr Touristen, die Sankt Petersburg besuchen.

Enrico Cecchetti, Agrippina Waganowa und George Balanchine haben alle im Mariinsky-Theater getanzt und dort ihre Karrieren begonnen.

  • Enrico Cecchetti war ein berĂŒhmter italienischer BalletttĂ€nzer und -lehrer, der im Mariinsky-Theater getanzt hat, bevor er nach Paris und London ging, um seine Karriere fortzusetzen. Er war bekannt fĂŒr seine technische Meismariinsky-theater.webpterschaft und seine komödiantischen FĂ€higkeiten und gilt als einer der einflussreichsten BalletttĂ€nzer und -lehrer der Geschichte.
  • Agrippina Waganowa war eine russische BalletttĂ€nzerin, die im Mariinsky-Theater getanzt hat, bevor sie zum Ballets Russes von Sergej Diaghilew ging und dort zu einer der bekanntesten BalletttĂ€nzerinnen der Welt wurde. Sie war bekannt fĂŒr ihre charismatische BĂŒhnenprĂ€senz und ihre FĂ€higkeit, verschiedene Charaktere auf der BĂŒhne zu verkörpern.
  • George Balanchine war ein russisch-amerikanischer Choreograf und BalletttĂ€nzer, der im Mariinsky-Theater getanzt hat, bevor er nach Paris und spĂ€ter in die USA ging, um seine Karriere fortzusetzen. Er gilt als einer der bedeutendsten Choreografen des 20. Jahrhunderts und grĂŒndete die New York City Ballet, wo er zahlreiche berĂŒhmte BallettstĂŒcke choreografierte.

Mariinsky-Theater in Sankt Petersburg

Nikolay Bulykin - CC BY-SA 4.0



Das Mariinsky-Theater bietet eine Ausbildung fĂŒr BalletttĂ€nzer und SĂ€nger an, die im berĂŒhmten Bolschoi-Theater in Moskau und im Konservatorium von Sankt Petersburg ihren Abschluss machen können.

Die Ausbildung im Mariinsky-Theater ist sehr anspruchsvoll und nur wenige SchĂŒler schaffen es, eine Karriere als professionelle TĂ€nzer oder SĂ€nger zu beginnen. Trotzdem ist es fĂŒr viele junge TĂ€nzer und SĂ€nger ein Traum, dort ausgebildet zu werden und auf der BĂŒhne des Mariinsky-Theaters zu tanzen oder zu singen.




Über das New York City Ballett

Das New York City Ballett (NYCB) ist eines der bedeutendsten und angesehensten Ballett-Ensembles der Welt . Es wurde 1948 von George Balanchine und Lincoln Kirstein gegrĂŒndet und hat seinen Sitz im „Lincoln Center for the Performing Arts“ in New York City. Das NYCB ist vor allem bekannt fĂŒr seine zeitgenössischen Ballett-Choreographien und hat eine lange Tradition, klassische Werke zu neuem Leben zu erwecken. Noch heute stehen die Choreografien von George Balanchine im Vordergrund. So wird z.B. regelmĂ€ĂŸig GEORGE BALANCHINE'S THE NUTCRACKERÂź aufgefĂŒhrt. Auch andere Werke fĂŒr den Spielplan orientieren sich explizit an den Choreografien von George Balanchine.

David H. Koch Theater (frĂŒher bekannt als New York State Theater)

Nightscream / Wikimedia Commons



Das NYCB ist auch fĂŒr seine strenge Ausbildung bekannt und zieht TĂ€nzer aus der ganzen Welt an.

Viele berĂŒhmte TĂ€nzer, wie Mikhail Baryshnikov und Patricia McBride, haben beim NYCB getanzt und tragen zu seinem Ruf bei, eines der besten Ballett-Ensembles der Welt zu sein. Das NYCB gibt jedes Jahr mehrere Vorstellungen in New York City und geht auch auf Tournee.

Als Lincoln Kirstein 1933 George Balanchine anbot eine amerikanische Balletttradition aufzubauen, antwortete letzterer: „Aber zuerst eine Schule.“ 1934 öffnete dann die „School of American Ballet“ in der Madison Avenue ihre Pforten (Quelle:nycballet.com). Die Schule bildet TĂ€nzer im Alter von 6 bis 18 Jahren aus. Sie haben ĂŒberdies die Möglichkeit, sich fĂŒr das NYCB zu auditionieren und in das Ensemble aufgenommen zu werden, wenn sie das notwendige Niveau erreichen. Die Schule bietet auch Sommerprogramme und Meisterkurse fĂŒr erfahrene TĂ€nzer an.





Wer darf Ballett unterrichten?

Die Bezeichnung „Ballettlehrer“ ist nicht geschĂŒtzt und es gibt tatsĂ€chlich keine Zulassungsvoraussetzungen fĂŒr die Eröffnung einer Ballettschule oder das Anbieten von Ballettkursen. Daher werden auch Ballettkurse von mehr oder weniger ungeĂŒbten (Ballett-) Laien angeboten.

Die Gefahr dabei ist, dass diese „Lehrer“ unter UmstĂ€nden nicht ĂŒber das Knowhow verfĂŒgen, Körperhaltung und Pose zu korrigieren. Dies kann im Schlimmsten Fall zu Fuß- oder HĂŒftproblemen fĂŒhren. Auch inhaltlich kommt nicht immer ein Output heraus, der als Ballett-Pose bzw. -tanz bezeichnet werden könnte.

Bei der Wahl der richtigen Ballettschule oder Ballettlehrerin ist darauf zu achten, dass es sich um einen erfahrenen Tanzprofi handelt (z.B. Ausbildung zur Diplom Ballett-TĂ€nzerin) und das der Lehrer auch ĂŒber nachgewiesenes Knowhow im Bereich TanzpĂ€dagogik verfĂŒgt. Ich persönlich bin diplomierte Ballett-TĂ€nzerin und BallettpĂ€dagogin und achte auch bei der Wahl meiner Lehrerinnen darauf, dass beide Voraussetzungen gegeben sind.





Ballett Quiz

Ballett-Quiz: Wie gut kennst Du Dich mit Ballett aus?

In meinem Ballett-Quiz mit 21 Fragen, kannst Du Dein Wissen über Ballett testen. Ich empfehle, vor dem Test den Inhalt oberhalb dieser Zeilen noch einmal sorgfältig durchzulesen. Alle Fragen werden dort beantwortet. Viel Spaß beim Testen! Hier geht es zum

Ballett Quiz



Ballett-Spiele: Lust auf ein Ballett Puzzle oder -Memory?

Puzzle: Es sind nur 25 Puzzle-Steine; man braucht aber trotzdem eine Weile und es macht Spaß! Ihr findet auf meiner Puzzle Seite 3 verschiedene Motive von vergangenen Tanzveranstaltungen. (Auf Mobilgeräten steht das Puzzle leider nicht zur Verfügung)

Ballett Puzzle

Memory: Deine Aufgabe ist es, die passenden Ballettpaare zu finden. Klicke auf das Logo, um die Karten umzudrehen, und versuche, jeweils zwei Karten mit dem gleichen Ballettbild zu finden. Die Bilder stammen unseren Ballettaufführungen vergangener Jahre und fangen die faszinierende Welt des Balletts und die pure Freude am Tanzen ein. Schaffst du es, alle Paare in möglichst wenigen Zügen zu finden?

Ballett Memory

Schiebepuzzle: Schaffst du es in 100 Zügen?

Setze die Teile des Bildes durch Verschieben der Bildelemente wieder zusammen. Ziel des Spiels ist es, das Bild in so wenigen ZĂŒgen wie möglich zu lösen. Das Feld links oben soll beim fertigen Puzzle leer bleiben.

Schiebepuzzle


Wo auf der Welt wird was getanzt?

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Meine interaktive Tanz-Weltkarte bietet einen Einblick in die faszinierende Vielfalt der TanzaktivitĂ€ten in verschiedenen LĂ€ndern. Von traditionellen TĂ€nzen bis hin zu weltbekannten Tanzstilen wie Salsa und Ballett spiegeln diese Tanzformen die kulturelle IdentitĂ€t und den kĂŒnstlerischen Ausdruck ihrer HerkunftslĂ€nder wider. Hier gehts zur Welt-Tanzkarte.

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Ballettauftritte - Ballettveranstaltungen

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Hinter den Kulissen stecken jedoch monatelange Vorbereitungen. Die Planungsphase dauert je nach Veranstaltung etwa ein halbes Jahr. Neben organisatorischen Aufgaben wie der Auswahl der Location, der KostĂŒme, Choreografie und Musik mĂŒssen wir auch unsere SchĂŒler intensiv trainieren. Während des Vorbereitungstrainings lernen sie die Bedeutung von Teamwork und gegenseitiger UnterstĂŒtzung kennen. Hier ist ein kleiner Einblick in unsere AuffĂŒhrung "Die Schneeköigin".


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Ballett in Bornheim, Nordend

In Bornheim/Nordend unterrichte ich montags und donnerstags in der Wartburggemeinde (Hartmann-Ibach-Straße 108).  Der Unterricht findet im Gemeindesaal statt.In der Wartburggemeinde gibt es auch regelmäßig Auftritte. Oft zum Sommerfest im Freien oder in der Vorweihnachstzeit in der Kirche. Zuletzt am 02.07.2023.


Kinderballett Frankfurt, Hartmann-Ibach-Straße 108, 60339 Frankfurt am Main




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